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Dienstag, 16. September 2014

No country for old men, Linesco Wall Tessin




Es stand mal wieder ein seltenes freies Wochenende vor der Tür und das Wetter wußte nichts davon. Ein massives Tiefdruckgebiet hatte sich in Deutschland festgesetzt wie eine fette Kröte und drängte langsam aber sicher in die Alpen. Mit jedem Tag den das Wochenende näher rückte mussten mehr potentielle Ziele verworfen werden, bis wieder einmal nur das Tessin übrig blieb.
Diese kleine Exklave wo das Wetter sich wie durch Zauberei ändert wenn man aus dem Tunnel das Gotthard bzw. St Bernadino kommt. So war es auch dieses mal wieder. Die ganze Zeit nur Dauerregen und Grau in Grau.
Es  war mitten in der Nacht, als wir im Tessin ankamen  doch sahen wir vereinzelte Sterne blinzeln. Als wenig später der Wecker klingelte hatten sich die Sterne vermehrt und es war ein wolkenfreier Himmel mit einem schönen abnehmenden Mond zu sehen. Trotz wenig Schlaf packten wir bereits andächtig im Dunklen die Sachen. Die Entscheidung des Zieles fiel im letzten Moment und war dennoch nicht so spontan wie man denkt. Bereits seit vielen Jahren spielten wir mit dem Gedanken diese Route zu probieren aber verwarfen dies immer wieder aus verschiedenen Gründen. Zum einen konnte es in diese Wand sehr heiß werden. Da erschienen uns die 20 Grad nach dem Wetterbericht genau richtig. Zum anderen, weil die 11 Seillängen so moralisch anspruchsvoll zu Klettern waren, dass dies ohne Kenntnis der Route nicht wirklich in einem Tag zu Klettern sein. Bei so einer Kletterei braucht man sehr lange um sich schleichend die leichteste Linie in dem Sicherungsarmen Gelände zu suchen. Da kommt man nicht wie üblich auf ½ h pro Seillänge sondern eher auf 2h im Durchschnitt. Anders sieht es aus, wenn man die Route kennt, aber für zweimal einsteigen reichte die Zeit nicht aus, denn wegen der Rückfahrt hatten wir quasi nur 1,5 Tage Zeit.

1. Länge, da hatten wir noch alles vor uns.

3. Sl, Glatt und wenig sicherung


Mit „Non e un paese per Vecchi“ oder im englischen „No country for old men“ haben Luca Auguadi und Matteo Della Bordella in der 430m hohe Wand eine echte Granate eingebohrt. Die Ironie des ganzen ist das man nicht wirklich von eingebohrt reden kann den 20 Haken (ohne Stände sind auf die Wandhöhe und 9 mal französische 7er Längen sind  alles andere als viel. Zwar war das ganze nicht wirklich gefährlich denn es gab kaum Bänder auf welche man stürzen konnte, aber die Bohrhaken waren permanent so weit nach oben geschafft worden, das auch das 7b+/7c obligatorisch (zwingend zwischen den Haken zu klettern) durchaus gerechtfertigt ist. Allein schon die Tatsache dieser obligatorischen Schwierigkeit hing wie eine dunkele Wolke in unserem Hinterkopf.

Issy in der 4. Sl

Etwas unschön ist es sich die einzigen natürlichen Strukturen mit Gewächsen zu teilen. Auch das Gras ist hier sehr stachelig, bietet aber dafür griffig.
Also wieder zurück zum Sachen packen. Auf Grund des zu erwartenden Anspruchs entschieden wir uns für etwas Ungewöhnliches. Um überhaupt irgend eine Chance zu haben den Ausstieg zu erreichen entschieden wir uns das Portaledge mit in die Wand zu nehmen um in der Route zu Schlafen. Bei so einer kleinen Wand eher ungewöhnlich habe ich das Portalege sonst nur am El Capitan mit seinen 1000m genutzt. Dies bedeutete zwar schweres Gepäck, welches wir über die schier endlosen steilen Grashänge schleppen mussten, aber das ist ja alles nur Training. Trotz aufstehen im Dunkeln war es erst um 9:00 Uhr als wir einstigen und so verschaffte uns das Portaledge wenigstens die Sicherheit den ganzen Tag Zeit zu haben und klettern zu können bis es dunkel wurde.
Der Gneis an der Linesco Wall ist erstaunlich Strukturlos, was vielleicht auch ein Grund ist, warum es in dieser gigantischen Wand nur 2 Routen gibt. Die Linienführung ist alles andere als gerade und mehr als einmal hatte man trotz sehr langer Expresschlingen so viel Seilzug das man nicht mehr weiter kam. Es ist unter anderem auch ein Kopfproblem eine 1m lange Expressschlinge in einen der wenigen Sicherungspunkte einzuhängen, wenn die nächste Sicherung in weiter Ferne liegt. Gegen 10:00 Uhr kam leider schon die Sonne in die Wand und es wurde sehr warm. An den Händen ließ sich die Wärme ja noch aushalten obwohl die Wand binnen weniger Stunden heiß wie eine Herdplatte wurde. Doch das schlimmste waren die Füße in den Kletterschuhen. Diese schmerzten schon in der  2. Seillänge, denn ich hatte einen fatalen Fehler begangen bei der Wahl der Schuhe begangen..
Wer Kletterer kennt weiß, das die Wahl des richtigen Kletterschuhs für den Erfolg entscheidend ist.. So ist es üblicherweise eine zeitaufwendige Angelegenheit vor einer langen Route die richtigen Schuhe auszuwählen. Ich hatte mich für einen neuen Schuh von 5.10 (Pinky) entschieden, weil der Vorgänger ( Verde) nicht mehr hergestellt wird und genau dies war fatal. Selbst auf großen Leisten konnte ich nur mit großer Mühen stehen, den der Schuh ist weich wie Butter. Also gab es nur die Möglichkeit den sehr engen Schuh anzuziehen, welchen ich ausschließlich für den Durchstieg der schweren Längen mitgenommen hatte und in welchen man es im Schatten gerade mal 30 Minuten aushält bevor die Füße absterben.
 Nun stellt man sich vor man steht auf kleinen Tritten auf einer Reibungsplatte endlos weit weg von der letzten Sicherung und sucht nach einem Weiterweg. Deshalb muste ich vorher die Entscheidung Treffen, ob mir nach wenigen Minuten die Füße absterben sollten weil der Schuh zu eng ist oder aber ob ich permanent das Gefühl haben wollte ich stehe nicht und das weit überm Haken. Auf diese Art und Weise quälte ich mich einen ganzen Tag lang und meine Moral war am Abend voll im Eimer.

Entlich wieder in die Kletterschuhe..

.. das tut sogar beim hinschauen weh. Aber wenigstens ist es schön warm.

Mit dem Dunkel werden erreichten wir den 6. Stand also etwas mehr als die Hälfte der Route. Wir hatten uns beide ausgezeichnet gegruselt und waren zum Teil etwas schmutzig denn die Route war etwas zugewachsen und musste beim Klettern gereinigt werden. Zu den anhänglichen Gewächsen dieser Wand sind neben Flechten, ein sehr stacheliges Gras und vor allem Rosensträucher zu nennen. Diese bissen sich an uns fest und wollten uns am Weiterklettern hindern. Auch an unserem Schlafplatz gab es einige davon und so pickste es mal hier mal dort.
Als die Sonne aus der Wand war und genossen wir die Kühle und sahen uns nach einer Schlafmöglichkeit um. Da der Stand zum Aufhängen des Portaledges nicht geeignet war, nutzten wir den 1. BH der Nachbarroute die unseren Weg hier kreuzte. Dadurch war der Haken 5m über uns und damit wir neben dem Band hingen musste dieser verlängert werden. Das hatte zur Folge, dass unsere Schlafgelegenheit bei jeder Bewegung kippelte und verrutschte. Ich habe schon viele male im Portaledges gesessen aber dieses mal war es schlimm wie leicht es kippelte und verrutschte. Es kam sogar so weit das ich die Nacht davon träumte dass uns unsere Schlafgelegenheit abwirft.
Es wurde jedenfalls eine unruhige Nach obwohl die Temperaturen angenehm und der Sternenhimmel und das Ambiente grandios waren. Vielleicht hatten meine Nerven  den Tag auch nicht gut überstanden und so fühlte ich mich auch am folgenden Morgen.
Es sah nicht gut aus für uns am Morgen des nächsten Tages obwohl wir wieder im Dunklen unser Morgenmahl aßen. Vor uns lagen noch 3  x 7c Längen eine 7b und eine 6b und da wir noch 9h Rückreise hatten auch nicht so viel Zeit. Der Start war schleppend und wegen einer versteckten Leiste die sich nicht einmal erahnen ließ dauerte diese Länge schon viel zu lange. Die eigentliche Heldenleistung erbrachte Issy in der ersten 7c Länge. Eine glatte Verschneidung war über einen mutigen Quergang mittels einem zugewachsenen Riß und schlechter Absicherung zu erreichen. Als Issy sich endlich zum Haken in der Verschneidung hoch gekämpft hatte atmete ich erst mal auf, denn bis zum Stand konnte er jetzt ja nicht mehr stürzen. Was dann folgte, war so beeindruckend, dass ich selbst im Nachstieg Angst hatte. Weite Züge in einer Verschneidung mit flachen Griffen. Issy zögerte kaum und schleuderte sich hoch. Er blieb immer gerade so hängen und presste sich komisch in die Verschneidung. Im Nachstieg erfuhr ich auch warum dem so war. Einmal in der Verschneidung war ein weiter Sturz die einzige Möglichkeit des Rückzuges und Ruhepositionen gab es nicht. Die einzigste Möglichkeit nicht zu Stürzen lag darin die Flucht nach vorne zu ergreifen. Doch es gab kein rettendes Ziel was man erreichen konnte, keinen rettenden Zielgriff welchen man anvisieren kann. Es blieb schwer und man musste zu 100 % wollen. An dieser Stelle war der Wegname (Nicht für alte Leute) Programm und ich fühlte mich auf einmal sehr alt.
Durchaus nervlich vorbelastet und vom Anblick der grünen grifflosen Platte eingeschüchtert beging ich den Fehler meine Länge Issy zu überlassen denn der Quergang ging gut und die Crux war am Bohrhaken. Allerdings war die Absicherung für den Nachstieg eher schlecht denn ich schoss ein großes Pendel als mir in der Crux der Fuß vom Tritt rutschte.
7c Reibung mit starken Algenbewuchs

Es folgte noch ein riesiger Überhang welcher sehr anstrengend war und das wir um 15 Uhr am Ausstieg standen war einzig Issy zu verdanken der zielstrebig und bereitwillig vorstieg, weil meine Nerven nicht mehr die Besten waren.
Was folgte waren nicht etwa eine Gipfelrast und Entspannung sondern Abseilen mit dem Portaledge und dem Haulbag, ein 1,5h Dschungelmarsch über die steilen Wiesen welche ohne Fixseile unpassierbar wären und 9h Autofahrt.
Wie man also sieht, mal wieder ein erlebnisreiches Wochenende mit Abenteuerkletterei die einem das Fürchten lehren kann. Wie sich herrausstelte hatten wir auch noch die 2. Begehung. Ich bin mal gespannt, wer noch diesen Weg Klettern wird. 
Die Linesco Wall im Nachmittagslicht des Abstieges

Issy beim Abstieg

Sonntag, 8. Juni 2014

Yosemite (Rest) und High Sierra


Wir kennen ja alle die Schmerzenden Gliedmaßen wenn man früh aufwacht das ist im Alter wahrscheinlich normal aber mein Oberschenkel nach dem Steinschlag war da was anderes. Nachdem der Arzt mir versichert hatte durch Belastung keinen weiteren Schaden anzurichten ging es mit Zähne zusammenbeißen wieder zum Klettern.

Den ersten Tag mit "The Great Escape" 5 Sl schönster Sportkletterei zur Vorsicht trotzdem nur im Nachstieg. Das linke Knie mehr als 90 Grad anwinkeln ging wegen der Schwellung und der Schmerzen jedoch noch nicht. Da die Schwellung zumindest nicht schlimmer wurde ging es probierten wir am Folgetag erfolgreich "Lighten up" ebenfalls 5 Sl und an der Chappel Wall wie gewohnt in Wechselführung. Echt geniale gut gesicherte Kantenkletterei aber da einige Bewegungen noch schmerzten kletterte ich sehr unsicher und verhalten. Ich befand das Knie wieder für 80% tauglich weshalb wir eigentlich wie geplant in die High Sierra weiterfahren wollten . Da es dort zur Zeit aber gerade schneite, graßten wir noch zwei weitere Ziele im Valley ab. Eines davon war Psycho Bitch 5.13b am Schulzes Ridge. Diese ist zwar nur 6 Sl lang, aber selbst die leichteste Länge ist 5.12b. Dazu kommt die extreme Steilheit und das alle Längen sehr straff bewertet waren und es die 3. Begehung zu holen gab.


Die 2. Sl kurz nach der Crux on Psych Bitch. Ein dünner Fingerriß wo Größe hilft.

Die 3. Sl von Psycho Bitch und alles andere als griffig.
Die 5.Sl ist sehr steil und anstrengend, aber der kommende Stand ist um einiges schlimmer.
Topo Psycho Bitch 5.13b, 6 Sl, links vom Moratorium am Schulzes Ridge
Am nächsten Tag phillosophierten wir mit den beiden Engländern James MC Haffie und Dan MC Manus welche sich über die vielen hilfreichen Tipps und die angechalkten Griffe in El Nino freuten und sich die 9. Begehung holten. Beide kletterten eigentlich in einer anderen Ligea, hatte jedoch die selben Probleme wie wir und so trafen wir uns schon seit über einer Woche in der Cafeteria und unterhielten uns übers Klettern. Auch der eine oder ander Local gesellte sich mal zu uns.

Mit den Britten beim Bhilosophieren in der Cafeteria

Es war auch mal eine neue Erfahrung die Engländer in El Nino von den El Cap Medows mittels Fernglas zu beobachten und die Seillängen und Einzelstellen erneut zu durchleben. Ich glaube ohne mein verletztes Knie hätte ich dafür niemals die Ruhe gehabt. Am Nachmittag liefen Thomas und ich hinauf zum Half Dome, denn für den Folgetag stand die NW-Face Regularroute auf dem Programm. Als es dunkel wurde waren wir die letzte der 4 Seilschaften, welche am folgenden Tag in die Route einsteigen wollten. Mit etwas überzeugungskraft ergatterten wir Platz 2 und stiegen gegen 4:30 Uhr hinter den Franzosen ein. Nach einigen warten ließen uns diese passieren und wir standen nach ca. 12h auf dem Gipfel. Thomas war zwar total K.O. aber er konnte alle Seillängen im Flash oder On Sight klettern.
Der Zustieg zum Half Dome über die Slabs. Wie üblich hingen die nötigen Fixseile.

Thomas in der Regular Route am Half Dome eine SL unter dem Zig Zags

Obwohl die Müdigkeit groß war lockte die warme Dusche und die Spagetti im Tal und wir stiegen noch am selben Abend ab. Da mein Knie ohnehin noch etwas schmerzte nahm er mir so viel Gepäck wie möglich ab.

High Sierra
Zur Belohnung für die Strapatzen, gab es am Folgetag ein ausgedehntes Bad in einer Heißen Quelle der Sierra Nevada.

Ein Hering in seinem natürlichen Lebensraum mit artgerechter Ernährung. Wichtig ist, das Wasser darf nicht zu kalt sein.
 Den Umweg von 1h auf der Fahrt zum Incredible Hulk nahmen wir dafür gerne in kauf. Als wir uns in Mono Village, wo wir parken wollten nach einer Unterstellungsmöglichkeit für unser Essen erkundigten, sah Thomas seinen ersten Bären. Auf dem Baum neben unserem Auto saß eine Bärenmutter mit zwei Jungen. Warum es dann hier keine Bärenboxen gab war für uns unverständlich.

Mama Bär.
 Wohin also mit dem Essen was im Tal bleiben soll?
Zum Glück erklärte sich einer der Angestellten in einem Cafė bereit unsere Essenskiste für die 4 Tage bei sich zu verstauen. blieb nur noch offen wo wir das Essen über Nacht hinpacken was wir am nächsten Morgen mit in die High Sierra nehmen? Im Zelt war zu unsicher und das Auto kam gar nicht in Frage, da sich am Abend bereits einen Bär für unseren offen stehenden Kofferraum interressierte wärend ich vorne im Auto saß. Die einzige Lösung die uns einfiel war unseren Essensrucksack in einen Bärensicheren Müllkontainer zu verstauen und mit einer Mülltüte zu tarnen.
Alles funktionierte nach Plan, nur das Wetter hatten wir etwas unterschätzt. Wir schliefen auf 2300 m Höhe und früh war der Rasen gefrohren. Als wir gegen 6:00 Uhr losliefen um 1000m höher noch an diesem Tag etwas Klettern zu können kamen uns schon ein paar Zweifel ob es in der Westseite des Incredible Hulk nicht zu kalt werden würde. Dieses Problem verdrängend machten wir uns auf die 3-4 h Zustieg. Die Natur und die Landschaft war so schön, dass wir die Kälte fast vergassen und die schweren Rucksäcke nach oben buckelten.
Der Zustieg zum Incredible Hulk
Wir fanden einen schönen Zeltplatz 40 Minuten von der Wand entfernt und mußten erst einmal was warmes essen. Unsere Fettreserven haben inzwischen stark abgenommen so das wir viele Zwischenmalzeiten zu uns nehmen müssen. Wir dachten mittlerweile zu spät für die 10 Sl Route "Venturieffekt" dran zu sein, aber will wollten schauen wie weit wir kommen.
Topo Venturi Effekt am Incredible Hulk

 Die Wand lag noch im Schatten als wir uns der ersten Crux stellen mußten an die Wand zu gelangen. Ein hart gefrohrenes Schneefeld mußte mittels Klemmkeilentferner zum festhalten überwunden werden. Der Fels war eiskalt und wie sich die erste Länge anfühlte kann ich nicht genau sagen. Glücklicherweise wurden wir langsam warm und am 3. Stand kam die Sonne langsam in die Wand. Genau zur rechten Zeit, denn so blieb Thomas zumindest warm, während ich mich langsam die erste Schlüssellänge hochtastete. Ein 90 Grad Verschneidung welche mal zu hangeln und mal zu Spreizen war. Beim Blick nach oben war ich so eingeschüchtert, das ich mich fast schon reinsetzen wollten, als ich die ersten Mikrokeile gelegt hatte.
Die erste Crux (4.SL) im Venturi Effekt

Thomas in der 8. SL von Venturi Effekt

Obwohl es nicht danach aussah gab es gelegentlich eine Ruheposition. So kämpfte ich mich bis zum Stand und freute mich tierisch über das on-sight. Auch Thomas stieg auf anhieb durch, verausgabte sich aber so in der dünnen Höhenluft, dass er sich an diesem Tag nicht mehr davon erhohlte. Es folgten noch weitere geniale Längen. Unter anderem die 8. welche mit 5.12b/c Thomas noch einmal alles abverlangte und die 9. Sl welche mit 5.12d die zweite Crux darstellte. Nach einem langen Kräfteraubenden on sight erreichte ich den Stand so erschöpft, das ich bezweifelte die letzte 5.11er Länge noch Klettern zu können. Irgendwie haben wir uns dann doch noch hochgekämpft und als wir im Sonnenuntergang Richtung Zelt liefen war die Freude riesig aber die Erschöpfung war größer.
Der Incredible Hulk von unserem Zeltplatz aus eine wahre Augenweide.

 Nach einem Ruhetag mit viel Essen und ehrfurchtsvollem Betrachten der Landschaft waren wir wieder fit für die letzten 2 Klettertage.
Wir hatten uns mittlerweile etwas an die Höhe gewöhnt Nicht etwa aklimatisiert doch wir bewegten uns langsamer und versuchten auch beim Klettern öfters mal anzuhalten und zu Atmen bevor wir anfingen zu Hyperventilieren. Die letzten beiden Tage waren noch mal schön und wir kletterten mit "Airstream" noch eine selten wiederholte Linie mit vielen Verschneidungen die man fast ausnahmslos Spreizen mußte. Da die Risse immer vollständig geschlossen waren gab es sogar ein paar mehr Bohrhaken. Thomas kam sogar in der 8. Länge dazu eine 5.12c on sight zu Klettern. Dass war echt eine tolle Leisung und ein guter Kampf.
 Beim Abseilen fing es dann leicht zu Regnen an aber da war es uns schon egal.
Thomas in der 6. SL von Airstream

Thomas in der 8. SL von Airstream seiner ersten 5.12c on sight
Topo Airstream am Incredible Hulk
Auch am 2. Tag war das Timing so gut, das wir kaum wieder am Einstieg von einem Gewitter begrüßt wurden. Da hatte es sich doch gelohnt in der "Sunspot Dihedral" mal etwas Gas gegeben zu haben und in 5h durch die 400m Wand zu spurten. Also stiegen wir im Regen ab und freuten uns auf die heißen Quellen zur Belohnung. Den Incredible Hulk mit seinen 400 m in der High Sierra kann man auf jeden Fall empfehlen wenn es im Yosemite zu heiß wird man sollte nur vorher den Wetterbericht checken denn im Tal ist kein Empfang. Ansonsten sollte man auf 3200 m Höhe mindestens 55 Grad Fahrenheit und weniger als 20 Miles/h Wind haben denn sonst ist es zu kalt.

Da unsere kleine Reise sich nun dem Ende neigt eine kleine Zusammenfassung. Wir sind haben 5000 Klettermeter zurückgelegt und eine Menge Spaß gehabt. Sicherlich war die Erfahrung mit dem Steinschlag unschön, aber es hätte schlimmer kommen können. Es war eine seh schöne Zeit und ich glaube nicht zu Übertreiben wenn ich sage: "Es gibt weniges was schöner ist, als eine Leidenschaft mit anderen zu Teilen."

Dienstag, 27. Mai 2014

Kostenloser Rundflug im Yosemite




Nachdem wir lange nichts mehr von uns hören lassen haben mal was anderes. Da sich Thomas ja über die seltenen Ruhetage beschwert hat, hat ihm das Schicksal etwas nachgeholfen. Wir hatten  bisher 3 Ruhetage hintereinander und Thomas seine Schulter fühlt sich inzwischen etwas besser an. Also alles richtig gemacht.
Doch alles vom Anfang an und vor allem wie ich zu meinem Rundflug kam.


Thomas und ich hatte zwar ein paar kleine Blessuren von den letzten Wochen aber nichts Ernstes. Thomas schliefen beim Klettern die Finger ein und mein Handgelenk schmerzte etwas. Also nichts schlimes bis auf das unsere Motivation etwas nachgelassen hat. Aber na ja das passiert halt im Alter. Wir versuchten also eine neue 6 SL Route und in der Schlüssellänge taten die Griffe so weh, dass wir uns nicht wirklich überwinden konnten sie für den Durchstieg festzuhalten. Auch war es mittlerweile so warm, dass die Füße in den Bequemen Schuhen schmerzten weil die Sonne uns grillen wollte. Also das übliche leiden nichts besonderes. Um also dem Tag noch einen positiven Aspekt abzugewinnen und da wir sowieso am Schulzes Ridge waren machten wir noch das Moratorium, weil das eine bekannte schöne Route ist. Wie immer im Valley sind schöne und leichte Routen echt deutlich schwerer bewertet, als sie tatsächlich sind und so war es auch diese mal. Da dämmerte uns wieder warum viele Leute denken wenn 5.11 schon so schwer ist dann ist 5.13 unmöglich und es war wieder einmal gut daran erinnert zu werden das 5.13er schwer sind und man nicht voraussetzen kann das sie einem „leicht“ von der Hand gehen. Wir seilten also nach 3 genussreichen Längen ab und da eine Seilschaft unter uns war pendelten wir auf die Reibung um niemanden zu stören. Während ich weiter abseilte, traf mich etwas extrem unangenehm Hartes am Knie. Ich dachte schon, Thomas hat aus versehen den 3er Camelot fallen gelassen, aber wie sich schnell herausstellte, war es ein Stein der von ganz oben gekommen war. Das Knie war sofort taub und schmerzte höllisch und mir wurde schlecht. Schnell wickelte ich das Seil zur Sicherheit ums Bein und seilte umständlich zum nächsten Stand. Ab dort seilt Thomas zuerst ab. Naja das Knie wurde dick und später blau usw.
Da es mir unmöglich war durch die Geröllfelder nach unten zu laufen, weil ich ja schon beim sitzen höllische Schmerzen hatte riefen wir die Bergwacht (YOSAR) und diese ließen mich ausfliegen. Das ganze dauerte zwar gut und gerne 2-3 Stunden bis alles fertig zum Abtransport war, aber wenigstens bekam ich einen Rundflug.
Photo Tom Evans



 Ab dem Punkt wo ich nicht mehr sitzen musste und in der Vakuummatratze lag, ließ sich der Schmerz auch irgendwie aushalten. Im Krankenhaus kam dann die Erlösung schlechthin, als mir mitgeteilt wurde das ich unglaubliches Glück gehabt habe das der Knochen unversehrt ist weil der Oberschenkelmuskel die ganze wucht abgefangen hatte.
So kamen Thomas zu ein paar extra Ruhetagen und ich zu ein paar neuen Krücken.
Mittlerweile braue ich diese nicht mehr und wir schauen mal wie das demnächst mit dem Klettern funktioniert.    

Photo Tom Evans

Mittwoch, 21. Mai 2014

El Nino





El Nino das Original Topo.
Nachdem wir vom El Cap runter gekommen sind gab es genau einen Ruhetag, Dann klingelte der Wecker um 4:30 Uhr denn es waren 90 Grad Fahrenheit und extrem viel Sonnen angesagt. Wenn der Granit erst mal in der Sonne ist wird er heiß wie eine Herdplatte. Unser Ziel waren die ersten 3 schweten Sl von El Nino zu Klettern. Diese Route wollte ich bereits 1999 probieren, mußte aber feststellen, das die Kletterei im Yosemite anders ist als in den nordamerikanischen Sportklettergebieten. So konnte ich wenige Wochen zuvor in Smith Rocks bereits 5.14a klettern, aber im Yosemite war bei 5.12b Schluß. So wurde die Idee verworfen und kam erst letztes Jahr wieder auf. Nachdem Issy das Valley verlassen hatte versuchte ich die erste schwere Länge, mußte aber neben der Hitze nach mehrerern weiten Stürtzen die Segel streichen. Einige Haken in der ersten Länge steckten so besch... das man sie einfach nicht einhängen konnte und die Züge an diesen vorbei waren extrem weit und zudem mit meiner Körpergröße und Kraft kaum zu lösen. Noch dazu, wenn man jedes mal 10m weiter unten im Seil saß wenn die Variante daneben ging.

Thomas in der Obligatorischen Schlüsselsteller der Black Dike

So stand El Nino mit 5.13c nun erneut auf dem Program und ohne groß auszuschweifen, es wurde ein langer harter Tag. Die Finger und Füße schwerzten so babarisch, dass man weder gescheit Laufen noch einem anderen einen Vogel zeigen konnte. Jedenfalls brauchte ich für eine Stelle fast 3h und wenn Thomas die Seillänge nicht beendet hätte hätten wir nicht einmal aller Einzelzüge der 3 x 5.13er Längen gemacht. Ob das im Durchstieg geht ist fraglich und ob die Nerven mitspielen auch. Gestern war eigendlich Ruhetag geplant, aber der Wetterbericht hat einige Regentage vorhergesagt und so mußten wir trotz schmerzender Finger und Füße erneut ran, um zu versuchen die Längen Durchzusteigen. Wir warteten bis 15:00 Uhr die Sonne aus der Wand war und es ging los. Der Unterschied war wie Tag und Nacht, aber die Schuhe waren dieses mal auch eine Nummer kleiner. Die Nerven waren zum zerreißen gespannt aber der Durchstieg aller Längen glückte. Nur Thomas stürzte leider am Ende der letzten Länge.
The Missing Link, kurz vor der 2. Sicherung.

Wie ließen die Seile hängen, um nach einem halben Ruhetag wiederzukommen. Thomas hatte die Idee gleich am Einstieg zu schlafen damit der Wecker erst um 4:30 Uhr klingelt wenn es früh los geht. Als wir am Abend die 40 Min zum Einstieg liefen meinte Thomas so im Scherz "Hoffentlich ist es das letzte Mal, dass wir diesen Zustieg laufen", denn wir gingen ihn jetzt zum 3. Tag in Folge. Keine Stunde später ging Thomas erneut zum Auto um das Handy zu hohlen, welches er vergessen hatte. Das ersparte ihm wenigstens eine Stunde von den Mücken gefressen zu werden. Noch nie hatte ich so eine schlechte Nacht und wollte noch zeitiger aufstehen.

1. Tag
Das jümarn an unseren Seilen und das Haulen ging gut. Wir hatten 25 Liter Wasser und Essen für 6 Tage dabei, falls wir es nicht schaffen vor dem schlechten Wetter auszusteigen. So könnten wir notfalls das schlechte Wetter aussitzen. Als die Sonne um 8 Uhr in die Wand kam begannen wir an zu schwitzen wie die Schw... . Wir zweifelnden ob unser Wasser reichen würde und tranken auf den ersten 4 Längen 3 Litter. Der kühle Wind blieb aus und wir fühlten uns träge und schlaff. Obwohl bekanntlich der erste Tag der anstrengenste ist, fragten wir uns ob vielleicht noch ein Ruhetag besser gewesen wäre, aber das Wetter hat uns dazu gezwungen sonst hätte wir eine ganze Woche verloren. Es war zwei ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor, dass wir in 3 Tagen die verbleibenden 25 SL (davon 4 x 5.13er und 7 x 5.12er) zu Klettern hatten um vor dem kurzzeitigen Wintereinbruch aus der Wand zu sein. Doch an Kälte war vorerst nicht zu denken. Wir kamen Mittags am "Big Sur" an und ruhten uns über 1h im Schatten des Haulbags aus. Die kommenden Zwei 5.13er Längen wollte ich nicht in der Sonne probieren.Als der Schatten der großen Verschneidung uns endlich erreicht hatte kehrte unsere Motivation zurück. Letztentlich waren die Längen beide nicht so Schlimm die "M&M-Flake" war zwar gruselig hohl, aber mit Seil von schäg rechts oben und die "Royal Arches" waren auch nicht 5.13c aber sehr technisch. Thomas konnte beide Seillängen im Flash Klettern und es blieb uns Abends nur noch die Seillógistik so zu optimieren, dass die Haulbags, welche wir am "Big Sur" gelassen hatten die ca. 40m Querung uns nachmachen. So gab es dieses mal einen zeitigen Feierabend bevor es dunkel wurde

Die erste Nacht war echt supper entspannt.
2. Tag
5:30 Uhr werden wir sanft geweckt und schauen erwartungsvoll nach oben. Das "Black Roof" trohnt über uns und stellt die Crux für diesen Tag dar. Doch die zahlreichen 5.12er sehen nicht alle so einladend aus wie die "Endurance Corner".
Damk Tom Evans, gibt es von der Endurance Corner auch ein Bild aus dem Tal.

Endurance Corner


 Thomas beginnt mit dieser und bekommt mächtig dicke Arme. Am nächsten Stand freut er sich aufrichtig, dass er die nächste Länge nicht vorsteigen muß, denn sie sieht naß und brüchig aus. Es hilft nichts, aber ich bin an der Reihe. Die Länge ist zwar für den Grad 5.12c gängig aber auf jeden Fall sehr erst schön wenn sie vorbei ist. Eine weiter brüchige Sl und wir hängen unter dem "Black Roof".
Die Unschöne Länge Black Dihedral, und oben sieht mann das Black Roof

Ein beeindruckendes 10m Dach was durch einen 20m Quergang im Dach überwunden wird. Es scheint einem fast auf dem Kopf fallen zu wollen so beeindruckend ist es. Doch wie immer hilft es wenig vor dem Problem davon zu laufen, sondern ich gehe es direkt an wenn auch mit einem Mulmigen Gefühl im Bauch. Das Gefühl war durchaus begründet, denn anfangs waren eineige Bohrhaken zwar eine gute Sicherung aber der Fells war so brüchig, dass allein durch bloßem Kontakt mit dem Fells blätterteigartige Schuppen abbröselten. Der obere Teil des Daches war dan genau das Gegenteil. Der Fels war gut, nur die Absicherung dürftig. in wackeligen Normalhaken steckten unmengen alter Schlingen. Die Schlüssellänge kam am Ende und war richtige athletische Kletterei und zudem extrem ausgesetz. Die Füße hookten auf Handhöhe und man mußte nach einem Überkreuzzug an die nächste Pinscar springen. Im Durchstieg war das wieder mal sehr glücklich. Ich merkte, dass die Finger Rutschten und die Arme schwer wie Blei waren und schnappte eher halbherzig hoch. Es vergingen einige Sekundenbruchteile, ehe ich überhaupt feststellte das ich immer noch an der Dachkante hing und noch nicht im Seil baumelte. ich zerrte mich noch die letzten Züge bis zum Stand und das Dach lag glücklicherweise hinter mit. Nachdem Thomas nachgestiegen war seine Aussage nur: "Wenn ich vor deinem Durchstieg hier nachgestiegen wäre, dann hätte ich gewettet, dass du diese Länge nicht durchsteigen kannst". Zum Glück hatte Thomas in dieser Sache nicht Recht behalten.

So sieht der Zug vom Tale aus, und man sieht auch mal das Dach, Photo Tom Evans

Die letzten Züge von Black Roof, auch wenn es hier nicht wie ein Dach aussieht.

Die nächsten 4 Seillängen gingen im Hunger und der Müdigkeit unter die uns langsam aber schleichend übermannte. Wir spürten dies vor allem dadurch, dass wir selbst bei den einfachsten Kletterbewegungen uns willentlich dazu zwingen mußten. Wir erreichten also gerade so unser Tagesziel und topten zugleich den Rekord an Kartoffelbrei welchen man an einem Abend verzerren kann. Zufrieden und extrem müde sanken wir in die Schlafsäcke und schauten nach oben zu den kommenden Längen.

The Slalom kurz vor dem 2. Schlafplatz.
3. Tag
Da der Wetterbericht schlecht blieb und das schlechte Wetter nun 2-3 Tage anhalten sollte mußten wir es auf jeden Fall an diesem Tag bis hoch schaffen. Also ging es wie immer früh los aber nicht ohne kleine Hindernisse. Zu den üblichen morgentlichen Schmerzer des Alters geselte sich ein stechender schmerz im Handgelenk beim halten der Teetasse. Etwas Tap und Wärme halfen wenig und so mußten wohl oder übel mal ein paar herkömmliche Schmerzmittel ran, damit wir heute noch hier rauskommen. Thomas kämpfte sich grandioserweise durch "The Dolphin" einem Kamindach welches man nicht wirklich gut klemmen kann und deswen sozusagen als Nackenstützkamin klettert.
Das alles da unten liegt schon hinter uns. kurz vor the Dolphin in der 12c

 Das stellte die einzig logische Variante dar, weil der Kamin nach unten V-Förmig aufging. Eine Stunde später hingen wir mit unserem Haulbag vor der Länge "Lucy is a Labrador" welche eine Umgehung von "Eismeer" ist, da diese nach einem Griffausbruch mit 5.14a eingestuft war und somit eine fast unmögliche Hürde für den letzten Tag darstellt. Wir schauten also nicht schlecht als bei der Umgehungsvariante die Bohrhaken felten. Der Schwerlastanker war zwar noch in der Wand aber es war weder eine Mutter darauf noch irgend etwas anderes. Da sie Schwerlastanker nach unten hingen gab es auch nicht die Möglichkeit einen Klemmkeil darüber zu legen. Ich zermarterte mir den Kopf was wir denn noch machen könnten um El Nino noch frei und noch besser Rotpunkt abschließen zu können. Um eine Mutter un einen Hacken zu bekommen konnte man 800m über dem Boden nur schwer einen Kaufen aber auch keinen aus der vorhergehenden Längen nehmen. Zum einen wären diese Längen dann nicht mehr kletterbar für andere und zum haben die Huber Bolts ein metrisches Gewinde. Die Variante "Lucy is a Labrador" wurde aber von Amerikanern nach dem Griffausbruch in "Eismeer" hinzugefügt also ziehmlich sicher kein metrisches Gewinde. Also was tun??
Als ich mir das Sammelsorium von alten und neuen Haken am Stand anschaute, gab es einen neuen Haken mit Metolius Lasche. Das müßte passen. Zum Glück hatte mein Klemmkeilentferner einen Ringschlüssel integriert und Thomas zwei sehr kräftige Hände. Nach 5 Minuten hielten wir eine Mutter und eine Hakenlasche in der Hand und sie schienen unendlich schwer zu sein. Wenn wir diese jetzt aus versehen  fallen lassen, wäre die Arbeit der letzten 5 Tage auf einen Schlag zunichte gemacht. Dementsprechen wogen beides schwere in der Hand als man vermuten mag. Es wurde noch einmal spannend 6m nach links zu Klettern undan den Schwerlastanker herranzuklettern. Vollkommen überstreckt und mit ganz viel Feingefühl wurde die Hakenlasche aufgesteckt. Erst als die Mutter einige Umdrehungen gegriffen hatte konnte wir aufatmen. Die Mutter passt und hält. Zwar hatten wir nur einen der zwei Haken, aber vieleicht geht es ja auch ohne den zweiten. Doch die Ernüchterung kam schneller als gedacht. erstens war beim Blick um die Ecke die für 5.13a zu kletternde Untergriffrippe klitschnass. Zudem war der 2. Haken wichtig weil er die nasse Hangel absicherte. Ich wollte schon fast aufgeben, da tropfnasser Granit glatt wie eis ist, als ich im Moos noch einen lediglich feuchten Griff fand und die Züge nach 1/2h irgwendwie hinbekam. So mußte das Problem mit dem Schwerlastanker noch gelöst werden. Die einzige lösung war das Stahlkabel von einem Keil darüber zu hängen doch dieser würde bei der Seilbewegung einfach herunterfallen. An dieser Stelle half uns etwas Tape am vordersten Rand uns so konnte man sich wenigstens reinsetzen. Das ganze war echt Nervenaufreibend und spannend bis zuletzt.

Beim aufschrauben des Bolts von "Lucy is a Labrador" und Lucy läuft schon das Wasser im Munde zusammen, Photo Tom Evans

Lucy is a Labrador, wie Variante gabs bei den Hubers noch nicht. Wie man sieht sabbert Lucy ganz schön.

Nach mehrfach nassen Händen durch Lucy und 3h unserer kostbarer Zeit, war dieses Problem hinter uns und wir auf der Zielgerade und gaben mächtig Gas.
Die letzten leichten Längen.

 Die letzten Längen waren zwar schlecht gesichert aber leicht. Wir erreichten den Ausstieg gegen 17:00 Uhr und hatten gerade noch genug Zeit Glücklich aber sehr geschafft unser Material wieder nach unten zu schleppen.

Endlich oben, ...

... und dann muß man mit dem ganzen Gerassel...

wieder ins Tal zurück.

So endete unser kleines El Nino Abenteuer mit einer 8. Begehung mit zwei müden Sachsen.
Um die körperliche und geistige Verfassung nach so einer Wand nur im Ansatz zu beschreiben will ich den Erstbegeher der Nose (Warren Harding) zitieren nachdem er oben angekommen war. "Ich weiß nicht wer hier über wem gesiegt hat. Offensichtlich ist der El Cap nach meiner in einer besseren Verfassung als ich. An dieser Stelleauch einen Dank an Tina, dass sie Thomas Hose etwas enger genäht hat, sie wäre sonst beim Ausziehen des Gurtes nach unten gerutscht.

Dienstag, 13. Mai 2014

PreMuir / Shaft Teil 2

Topo "The Shaft"mit korrekturen,  Quelle Yosemite Bigwalls, 2014


Das große Packen

Nachdem der Muirblast mehr oder minder ging nutzten wir die 2 Mioschlechtwettertage um die Sachen zu Packen und unseren Jetlag los zu werden. Beim ersten schönen Wetter ging es dann los.
Wir entschieden uns früh loszulegen um nicht anstehen zu müssen, hatten uns aber stark verkalkuliert. Vor uns waren 2 Seilschaften an den Fixseilen die zu den Heartledges gingen und eine Seilschaft davon wollte ins Shield. Diese Seilschaft die vorwiegend technich kletterten (das hat nichts mit unserer Grobmotorik zu tun, sondern dieses sogenante Aid-Climbing ist wenn man sich vorwiegend mit Hilfe der Sicherungspunkten nach oben bewegt) war sehr langsam unterwegs und sollten uns später einen ganzen Tag kosten. Vorerst war dies egal, denn wir waren mit unseren zwei Haulbags (Ms Piggy und ihre Tochter) sowie dem Portaledge (zum Übernachten) beschäftigt. Das ganze wog zusammen über 90 kg und war alleine fast nicht nach oben zu ziehen. Die Haulbags welche faul wie Schweine im Seil hingen waren selbst mit einem Flaschenzug nur wenige Zentimeter zu bewegen was extrem frustrierend war. Da wir aber 7-8 Tage eingeplant hatten, blieb uns aber keine ander Lösung als 42 Litter Wasser und dazu Essen mitzunehmen. Auch dort hatten wir gewichtsmäßig und nicht gerade kulinarisch optimiert. Abends stand Kartofelbrei mit Milchpulver, Salami und Parmesan, Morgens Haferflocken mit etwas Knuspermüsli und tagsüber ca. 10 Müsliriegel auf dem Menü. Also alles leicht & Kalorienreich quasi ein "ausgewogene Ernährung".
Wir quälten uns also ab das ganze die Wand hochzuziehen und es gelang nur, indem einer als Gegengewicht fundierte und mit jede Meter welchen der Haulbag nach obem ging wieder Richtung Tal sauste. Das war nicht nur gruselig sondern auch 500 Höhenmeter zu jümarn (sich mit einer Steigklemme am Seil nach oben zu bewegen).
Als wir unseren Höchstpunkt vom Muirblast erreicht hatten, ging es mit der Kletterei los und die ersten Überraschungen kamen auf uns zu. Die Aid-Climber, welche eigentlich 3h Vorsprung hatten waren gerade mal eine Seillänge in dieser Zeit geklettert. Das Shield würde die nächsten 6 Längen mit unserer Route Teilen. Das heißt also 2 Tage anstehen. Bevor wir uns darüber Ärgern konnten, zogen dunkle Wolken auf und es begann zu nieseln. Wie keulten wie verrückt um die Haulbags zu Stand hochzuziehen, denn unsere Regenjacken waren darin. Die Wolken zogen schneller als wir die Schweine und wir schnauften wie wild an Schwitzen war bei unter 10 Grad nich zu denken aber auch nicht ans bis auf die Haut durchzuweichen. Wir hatten gerade die Regenjacken angezogen als es losging. Mir kam zu Glück noch die Idee, das Rainfly (Überzelt fürs Portaledge) über uns und die Säcke zu ziehen. Es stürmte, regnette und hagelte. Thomas konnte seinen Durst mit zwei Händen voll Eis stillen welches vom Rainfly rutschte.

Glücklich und trocken unterm Rainfly, wärend es draußen hagelt und stürmt.


 So schlimm das alles auch klingt, wir blieben staubtrocken und warm. 1,5 h später war der Fels soweit trocken und es ging noch 2 Längen weiter mit schlange stehen. Die Bilanz des 1. Tages war also nicht rosig 250m Haulen und 3 Sl Klettern.

2. Tag
Es ging so los, wie der letzte Tag aufgehört hatte mit Warten. Allerdings war die erste schwere 5.12d Länge, ein spiegelglatte Spreize zwischen zwei Rißspuren so, dass ich erst im 2. Versuch durchstieg.
Was rechts über Thomas kommt, ist die erste 5.12d Länge und eine unangenehme Spreize zwischen den Zwei Rißspuren.


 Bei Thomas ging es auf Anhieb er hatte ein besseres Felsgefühl oder ihn störte es nicht wenn die Tritte vor glätte quitschten. Gerade richtig in Schwung gekommen hieß es wieder warten. Der Tag neigte sich schon dem Ende, als wir die nächste 5.13 er Länge antesten konnten. Silver fish corner war eine überhängende 40 m Verschneidung und eigendlich das Ziel des Vortages. Mit dem Hintergedanken der Verspätung waren die Einzelstellen auch nicht leichter auszubouldern. Nach 2h langen probieren hatte ich alle Einzelzüge zusammen aber der Durchstieg war eher unwahrscheinlich. Thomas gelangten die Einzelstellen trotz seiner extrem dicken Finger erstaunlich schnell und nun mußte ich wohl oder übel ran um einen Durchstieg ohne Ruhen in der Sicherung hinzuzaubern. Das ganze wurde noch unwahrscheinlicher, als die Techno-Kletterer über uns auf den Ausstieg und auf unser dort befestigtes Materialseil pinkelten. Meine Stimung war also auf dem tiefsten Punkt angekommen als ich nach 2 m aus einem nassen Griff rutschte. Also zurück zum Stand und einen neuen Versuch. Ich krapfte mich die Verschneidung hoch, und unter Thomas motivierenden Zurufen wurde aus dem Krampf ein Kampf und ich gelangte immer höher und irgendwie mit platten Unterarmen über die Crux. Ich konnte mich kaum noch an den besseren Griffen festhalten als die letzte schwere Stelle des Durchstiegs wieder zu Krampf wurde. Das hochsetzen der Füße war eher ein hochschleifen an der Wand, weil ich so stark presste um nicht aus der Hangel zu rutschen. Dabei blieb ich am letzten Sicherungspunkt einem Keil hängen und zog ihn nach oben aus dem Riß. Da die Gravitation eine zeitlang mit dem Keil beschäftigt war der im Seil nach unten rutschte konnte ich noch mal alles geben und wärend die Linke gefühllose Hand langsam aus dem Riß rutschte noch Mal anziehen und die Finger unkoordiniert weiter oben in den Riß stopfen bevor sich die Gravitation wieder vollständig mit mir befasst. Doch siehe da sie kam zu spät, die Fingerspitzen der rechte Hand steckten im Riß und ich stand hyperventilierend weiter oben auf einem nenneswerten Tritt. Wennig später hängte ich den Stand ein und der Tag war zu Ende. Wie lange das Ganze gedauert hatte ist schwer zu sagen, aber als wir das Portaledge an dem sehr unbequemen Hängestand aufbauten war ich froh alle bisherigen Längen durchgestiegen zu haben und weiterhin im Rennen um den Durchstieg zu sein nur mit einem Tag Verspätung halt.

Die Silverfish Corner 5.13b aber sehr schwer, da am Abend das Licht nicht ausreichte, hier am Morgen vom Portaledge nach unten.


3. Tag
Der nächste Morgen began sehr kalt und mit viel Wind. Die 5.13er Reibungsplatte war nicht gerade zun warm werden aber der Erfolg der Vortages beflügelte uns.

Der Morgen ging steil los und wurde dann zur Platte. 5.13a Querung.

 Wir schaffte 7 Längen an diesem Tag und alles waren schwere schindige Risse, wo man sich extrem verausgabte. Thomas zeigte zwei Glanzleistungen bei Hangelrißen und ließ sich weder von der schlechten Sicherung noch von krümeligen Tritten und schon gar nicht von der Tatsache abschrecken,

Thomas Glanzleistung eine 5.12a ?? Hangel in extrem krümeligen Granit.

 dass seine Finger nicht wirklich in den letzten Hangelriß passten. Doch sein Meisterstück sollte noch folgen.
So gelangten wir am Ende des Tages an den Abzweig, wo sich die PreMuir von der ursprünglichen Freikletterlinie "The Shaft" trennte. Letztere wurde 2001 erstmals durch Tommy Caldwell frei geklettert und ist bisher ohne Wiederholung. Dies lag nicht an den 4 Längen, welche vom Schwierigkeitsgrad etwas leichter waren sondern an den Gerüchten, dass man einen extrem brüchigen Schulterriß Hagel mußte, weil in diesem eine riesige Messerscharfe lose Schuppe auf Abflug hängen sollte, die wenn sie beim Herrausfallen potentielle Wiederholer verschont im 500m tiefer liegendem Einstieg der "Nose" , als die beliebteste Route am El Cap, verherrenden Schaden anrichten würde. Mann kann sich also denken für was wir uns entschieden, denn wir waren ja wegen der PreMuir hier.

Thomas hat die Hängestände satt.

Doch es kam anders, denn wir hatten bereits einen Tag Verspätung und Thomas hatte die Ausgesetztheit der Hängestände satt und wollte endlich mal wieder ein Band zum Stehen haben und so entschieden wir uns "The Shaft" zu probieren. Bei der Grusellänge war ich mit Vorsteigen an der Reihe. Bevor ich den "Death Block" erreichte gruselte ich mich bereits so sehr wegen der vielen losen Steine und der brüchigen Rißkanten, dass die Bolts mit dent Opferkarabinern wenig Mut machten.
Die Schuppe war am Ende viel gruseliger als gedacht und statt in dem erlösendem Schulterriß nach oben zu gleiten, mußte anstrengend gehangeln und im gekrümel getreten werden. Irgenwie kämpfte und gruselte ich mich hoch ohne was loszutreten und war körperlich und moralisch am Ende. Thos ging es im Nachstieg wenig besser und wir können zum Glück sagen alles ging gut. Wieder war es kalt und dunkel, als wir das Portaledge aufbauten.

4. Tag
Der Tag began kalt und später als sonst. Es ging mit einer 5.12d Stemmverschneidung los. Zum Glück war Thomas an der Reihe, denn auf so etwas stehe ich ganz und gar nicht. Der Beginn war brüchig und danach eine Verschneidung mit anfänglichem Fingerriß.

Dieser Bruch wird noch zum 5.12d Stemmverschneidung und ...

 Die Verschneidung hatte anfänglich einen Winkel von 30 Grad und später als der Fingerriß zu eng wurde 70 Grad. Es war also ein übelster Trichter und Schinder für den ganzen Körper. Der Vorstieg dieser Länge ist nicht nur Thomas sein schwerster Kamin sondern auch sein Meisterstück (ohne Kreuzfugen) 

.... Sieht dann so aus. Eine echte Granate.

Als ich oben ankam war ich fix und fertig und ich fand es sehr hilfreich, das Thomas die guten Klemmstellen markiert hat aber mußte das gleich mit seinem Blut sein.

Dafür sahen Thomas Finger danach nicht mehr so gut aus und es folgte mal wieder ein Hängestand.
 Es folgten am Ende dieses Tages noch 4 weiter Längen, wir waren jedoch nach 4 Tagen so am Ende. Wir waren langsam und standen vollkommen neben uns. 
Thomas wärmt sich in der Sonne. P.S. Man beachte die Dauenenjacke.

So gelangten wir auf das Chickenhead Ledge 150 m unter dem Gipfel und entschieden uns den kommenden Tag als Ruhetag zu nutzen, um die schwerste Einzellänge 5.13c im Anschluß frisch angehen zu können.

5. Tage
An diesem Tag wurde nicht viel geklettert aber nach einer kalten windigen Nacht wärmten wir uns erstmals nach 4 kalten Tagen in der Sonne, redeten viel und erledigten einige kleinere Reperaturen und Verbesserungen an unserem Material. Es war eine wahre Wonne, die Seele baumeln zu lassen um Kraft und Motivation zu schöpfen.
Ruhetag auf dem Chickenhead Ledge, da es sehr abschüssig ist schliefen wir etwas dekadent im Portaledge. Die Erstbegeher des Shield, welches hier nach 300m überhängender glatter Wand mal wieder auf ihre Füße stellen konnten hätten das sicherlich nicht verstanden.


So war es denn auch und mann kann sagen, dass wir einen gemütlichen Tag hatten. Nachdem wir trotz Daunenschlafsäcken in der letzten Nacht gefrohren hatten, zogen wir das Rainfly straff ums Portaledge und es wurde schön warm bis 6:00 Uhr der Wecker klingelte.

Wir verlassen unsere kleine Insel in dieser senkrechten Granitwüste.


6. Tag
Die Erste Länge nach Chickenhead Ledge, wo wir den Ruhetag verbracht haben. Diese Länge machten wir noch vor dem Ruhetag um Zeit zu sparen.


Heute stand die Crux auf dem Programm zumindest wenn man dem Topo und anderen Aspiranten glauben schenkt. Wir hatte zwar nur 5 Längen vor uns, aber es hieß die Crux ist in der Sonne nicht Kletterbar, der Fels ist wie Glass usw. Also gings wie immer zeitig los aber es war echt kalt der glatte glasartige Fels quitschte beim Treten. Thomas stieg die 12b Länge vor der Crux vor und Stüzte 2 mal. Ihm rutschten auf dem glatten Fels einfach weg. Irgendwie kein gutes Ohmen. Sollten wir so kurz vor dem Gipfel noch scheitern? Soll die ganze Arbeit bis hier her umsonst gewesen sein? Ich versuchte diese Gedanken zu verdrängen und das Problem konstruktiv anzugehen und fing an die Länge auszubouldern. Die Sicherung war nicht supper aber ausreichend. So fügten sich nach 2h endlich das Puzzel der Einzelzüge so zusammen, das ich sagen konnte alle Züge geklettert zu haben. Da auf dem Spiegelglatten Fels jedes zögern und Überlegen zwangsläufig dazu führen würde das einem die Kraft ausgeht war diese Länge noch nicht durchstiegsreif. Nach einer Pause in welcher Thomas recht schnell alle Züge machen. Das ist dahingehen so beeindruckend, dass Thomas seine Finger so dick sind wie mein Daumen und er dadurch noch weniger vom Finger in die Pinscars (Löchern von Schlaghaken im Riß welche durch jahrelanges Technoklettern entstanden sind und der einzige Grund, warum die meisten El Cap Routen überhaupt frei kletterbar sind) bekommt.
Nach der Pause brauchte ich noch 1h lang um die Züge erst auf ähnliche Weise zu wiederholen. Das Problem dabei ist die Orientierung, denn alles sieht gleich aus und oft muß der Fuß mehrfach umgestellt werden ohne das sich die Position der Hände ändert. So wußte man nicht ob diese Trittfolge jetzt kommt oder später und es war echt zum verrückt werden bis ich an der selben Stelle zweimal die gleiche Variante gemacht hatte. Also war alles für den Durchstieg bereit nur ich fühlte ich mich eher nicht so. Die Sonne war mitlerweile in der Verschneidung und wie immer wenn die Sonne am El Cap kommt kam auch der Wind. Zu war war es jedenfalls nicht in der Sonne. Ich ruhte mich aus und Thomas war zufersichtlich das es wie immer bei mir im 2. Versuch klappt. Ich war da zwar anderer Meinung aber wass solls. Als es dann endlich losging fühlten sich die Bewegungen steif und alles andere als angenehm an. vielleicht lag dies auch daran, dass beim Durchbouldern die Züge im Toprope eingeschliffen wurden und man nicht nur an Mikrokeilen hing, welche man nur unter bangen und noch mehr pressen eingehangen bekam. So kamm es, dass ich mich extrem gepump durch die Crux hangelte und trotz quitschender Füße stehenblieb. Damit ich auch noch weiter hoch komme mußte ich beim Einhängen recht schnell das Seil einziehen und dann... kam der verflixte Strick einfach nicht. Thomas war entweder zu zuversichtlich in mein können, oder das Seil krangelte einfach nur. Jedenfalls kam ich aus dem Rythmus lief zu und die Nähmaschiene setzte ein. Das ich noch einmal so weiit kommen würde bezweifelte ich also gab ich alles und presste wie verrückt um den Schüttelpunkt 3m höher zu erreichen. Irgendwie gelang es mir auch wie kann ich nicht sagen, denn das Laktat vernebelte meine Sinne vollends. Selbst als ich den Stand clippte konnte ich vor erschöpfung kaum noch jubeln. Ich war vollkommen ausgelaugt und hatte mehr als 100% gegeben. Ich merkte dies auch noch daran, dass mir 1h später immer noch schlecht war und das ich vor mich hin hustete. 


Die 5.13c Crux von Oben.
Also war es uns hiermit gelungen, denn die nächsten 3 Sl waren nur noch leichtere Kletterei und ginngen wie in Trance an mir vorüber. Am vorletzten Stand gab ich Thomas die letzte Länge weil er es nicht erwarten konnte wieder was Wagerechtes unter die Füße zu bekommen. Ich erinnerte mich an die Aussage eines anderen El Cap Freikletterers, das man am vorletzten Stand noch mal den Blick schweifen lassen sollte und seinen Erfolg genießen. Steht man erst mal oben, sieht man nichts mehr von der Steilheit und Ausgesetztheit der Wand und fühlt sich irgendwie um seinen Gigfelsieg betrogen.
Endlich oben. Doch so richtig oben ist man ja bekanntlich nie.